Seminar für freiheitliche Ordnung
der Kultur, des Staates und der Wirtschaft   e.V.
Schriftenreihe "Fragen der Freiheit"



Grundlagen und Ziele

Die Gründung des Seminars für freiheitliche Ordnung e.V. im Jahre 1957 geht auf einen Kreis von Persönlichkeiten zurück, denen die Erhaltung und Weiterentwicklung unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung am Herzen liegt. Das Seminar arbeitet auf überparteilicher und überkonfessioneller Ebene als unabhängige, freie Forschungs- und Bildungseinrichtung. Eine wie immer geartete Abhängigkeit oder Anlehnung an sogenannte gesellschaftlich relevante Gruppierungen kennt es nicht. Ohne Formalitäten steht die Möglichkeit zur Mitwirkung jedem offen, der die Grundlagen und Ziele des Seminars mit tragen und fördern will.
Ideengeschichtlich bezieht sich das Seminar auf eine Vielzahl von Quellen der abendländischen Kultur, ohne weitere Bezüge auszuschließen. Es knüpft an viele "Vorläufer" an, deren Beiträge zur Errichtung einer freiheitlichen Ordung von Kultur Staat und Wirtschaft es in einer umfassend verstandenen Sozialwissenschaft würdigt. Aus den letzten 150 Jahren seien ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Rangfolge Namen genannt wie: Alexis de Tocqueville, Pierre Joseph Proudhon, John Stuart Mill, Henry George, Silvio Gesell, Rudolf Steiner, John Maynard Keynes, Walter Eucken. Manche von ihnen haben Schulen gebildet, deren Anhänger Wert auf Abgrenzung legen. Das Seminar bemüht sich, bei voller Würdigung der besonderen Beiträge zugleich das Gemeinsame herauszuarbeiten, und sieht in jedem einen Mitarbeiter am großen Werk der Erschaffung einer menschenwürdigen Sozialordnung.

Dabei erweist sich eine Anknüpfung an die Ideale der Französichen Revolution als fruchtbar, wenn man diese in einer Zurordung zu den verschiedenen Bereichen der Sozialordung sieht, nämlich:

Freiheit als Ordnungsprinzip der Kultur, der Wissenschaft, Kunst und Religion sowie des gesamten Bildungswesens.
Gleichheit als Ordnungsprinzip des Rechtslebens in der menschichen Gesellschaft, der Bürger- und Menschenrechte, der demokratischen Mitwirkung an der staatlichen Willensbildung und der privaten Vertrags- und Vereinigungsfreiheit in Kultur und Wirtschaft.
Brüderlichkeit als Ordnungsprinzip eines ausbeutungsfreien, mitmenschlichen Wirtschaftslebens und einer Einkommens- und Vermögensverteilung, die alle teilhaben läßt an der Produktivität unserer Natur und unserer arbeitsteiligen Wirtschaft.

Kultur, Staat und Wirtschaft entfalten sich dann nach unterschiedlichen Ordnungsprinzipien, nach je eigenen Gesetzmäßigkeiten in einer gewissen Trennung voneinander. Aber sie sind auch aufeinander angewie- sen. Nur von einerm blühenden Kulturleben können dem Staat und der Wirtschaft immer wieder neue Ideen und befähigte Mitarbeiter zuströmen; nur von einem gesunden Wirtschaftsleben können durch Steuern und freie Spenden Staat und Kultur sachgerecht und ausreichend finanziert werden; nur ein unabhängiges Rechtsleben kann ein Kulturrecht und ein Wirtschaftsrecht schaffen und durchsetzen, das im Kulturwettbewerb immer wieder die Freiheit jeder Persönlichkeit sichert und im Wirtschaftsleben egoistische Interessenverfolgung wirksam begrenzt.

In einem natürlichen Organismus lähmt die Krankheit eines Organs den gesamten Organismus. Genau so ist es im Sozialen Organismus; alle seine Organe müssen grundsätzlich von ihrer Aufgabe für das Ganze her verstanden werden ("Interdependenz der Ordnungen" von Kultur, Staat und Wirtschaft).


Das Seminar strebt Einfluß auf die gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit an.

Seit dem Jahre 1957 gibt das Seminar in nunmehr vierteljährlicher Folge die Schriftenreihe "Fragen der Freiheit" heraus, Blätter zur Erarbeitung eines fruchtbaren Sozialverständnisses von der philosophischen Anthropologie bis hin zu einer hieran zu messenden Sozialwissenschaft und Sozialtechnik. Im Zentrum der Bemühungen stehen ordnungspolitische Fragestellungen. Das Seminar verbreitet   "seine" Ideen ausserdem durch Tagungen und Wochend-Seminare und gelegentlich auch durch unmittelbare Aktionen im politischen Raum.
Nach jahrzehntelanger Tagungsarbeit in fremden Häusern und an den verschiedensten Orten hat das Seminar im Dezember 1985 in Bad Boll eine eigene Tagungsstätte eröffnen können. Im Jahr 1987 fand in dem für den Werdegang und die Fortentwicklung des Seminars verantwortlichen Vorstand des Vereins der erste Genarationswechsel seit der Gründung statt. Der neue Vorstand ist bemüht, durch Aktualisierung der Beiträge in "Fragen der Freiheit" und Intensivierung der Tagungsarbeit die Wirksamkeit des Seminars zu verstärken. Die Zeitnotwendigkeiten sind stärker als die Kräfte, ihnen Rechnung zu tragen. Solange unsere Ideen nicht verwirklicht sind, suchen wir Mitarbeiter!

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Das Seminar ist ein eingetragener Verein, der als gemeinnützig anerkannt ist. Gechäftsstelle und Tagungsräume befinden sich in 73087 Bad Boll, Badstr. 35, wo Sie auch weitere Informationen zu Sie besonders interessierenden Themenbereichen anfordern können. Telefonisch erreichen Sie das Seminar unter Nummer 07164/3573 und 5497 oder per Fax unter Nummer 07164/7034. Da sich das Seminar ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und privaten Spenden finanziert, bleibe auch seine Kontonummer nicht unerwähnt: Volksbank Göppingen e.G.,
Kto.-Nr. 482 999 004, BLZ 610 605 00.

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letzte Änderung am 06.06.2005