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Grundlagenseminare
Im Jahr
2003 hat das Seminar für freiheitliche Ordnung mit der Tagung:
„Das Geld im Kreislauf der Volkswirtschaft" die Reihe seiner
Grundlagen-Seminare erneut eröffnet. Schließt man das im
laufenden Jahr erstmalig angebotene Staats-Seminar ein, so ist diese im
Jahre 1991 begonnene Reihe inzwischen auf stattliche 8 Grundlagen-Seminare angewachsen,
nämlich:
- Das Geld im Kreislauf
der Volkswirtschaft
- Die Zukunft des
Bildungswesens
- Vergessener Faktor
Boden
- Metamorphosen des
Generationenvertrags
- Marktwirtschaft ohne
Kapitalismus
- Der Staat als Glied
des Sozialen Organismus
- Arbeit und Kapital im
Unternehmen
- Kultur, Staat und
Wirtschaft als Entfaltungsräume des Menschen
Diese
Tagungen setzen keine Vorkenntnisse voraus, weil sie methodisch an den
jedem Teilnehmer zugänglichen, elementaren Gegebenheiten des
jeweiligen Sozialbereichs anknüpfen und aus dessen Anschauung die
Einsichten entwickeln, die für die Beurteilung der
Funktions-zusammenhänge und Probleme notwendig sind. Damit liegt
das gedankliche Gerüst für einen etwa 2wöchigen Kurs
vor, mit dem eine gründliche Einführung in die Ordnung des
Sozialen Organismus, seine Bereiche und deren Zusammenhänge
gegeben werden kann.
Mit dem
Einstiegseminar zum Geldwesen
bot sich, auf systematisch erarbeiteten Grundlagen aufbauend, die
Möglichkeit, die währungspoltische Situation im Euro-, im
Dollar- und im Yen-Raum und insbesondere die jeweils unterschiedlich
ausgeprägte Deflationsgefahr sowie die dagegen von den Notenbanken
eingeschlagenen Politiken zu beurteilen. Die inzwischen deutlich
gewordene Abkehr selbst der EZB von ihrer bisherigen, rigiden
Stabilitätspolitik kann nur als Suche nach einem
Sicherheitsabstand von der Deflation gedeutet werden und zeigt,
daß hier ein erster Erkenntnisfortschritt zu verzeichnen ist,
auch wenn die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und ihre Stabilisierung
in diesem Zusammenhang noch nicht ausdrücklich thematisiert wird.
Das
anschließende Elementar-Seminar „Vergessener Faktor Boden" fand
in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte statt (und wird in diesem Jahr
noch einmal in Bad Boll abgehalten - siehe unten). Es gab den
Teilnehmern nicht nur einen Einstieg in die Bodenfrage, sondern auch in
die vielfältigen Bereiche von Stadtplanung, Ökologie und
Frieden, in die diese Thematik ausstrahlt. Es wurde deutlich, daß
sich aus den am Boden gewonnenen Erkenntnissen ein methodisches
Rüstzeug ergibt, mit dem die heute anstehenden Umwelt- und
Verteilungsprobleme auch im Bereich der übrigen, knapper werdenden
natürlichen Ressourcen wie der Rohstoffe, des Wassers usw. einer
befriedigenden Lösung zugeführt werden können.
Vollbeschäftigung
ist erreichbar!
Die wie
üblich zur Jahresmitte stattfindende Tagung mit
währungspolitischem Hintergrund stand diesmal unter dem Thema bzw.
der These: „Vollbeschäftigung ist erreichbar!" Damit sollten
einerseits die Bedingungen aufgezeigt werden, unter denen eine
Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung möglich ist, und
zugleich sollte der fatalen, aber weit verbreiteten Resignation auf
diesem Feld entgegengetreten werden. Aber nicht nur Resignation im
Hinblick auf die Erreichbarkeit, sondern auch Skepsis und Ablehnung der
befürchteten Wachstumsfolgen beherrschen die Diskussion, was
zusätzlich dazu führt, daß das
Vollbeschäftigungsziel desavouiert wird. Dabei sollte klar sein:
Nicht durch Drosselung der Arbeit darf die Umwelt geschützt
werden, sondern dadurch, daß ihr bei voller Entfaltung des in ihr
liegenden und nach Verwirklichung drängenden Potentials sozusagen
von außen, von der Natur her, die ökologisch notwendigen
Grenzen gezogen werden - wie ja auch die Leitplanken einer Autobahn nur
die Fahrbahn abgrenzen, aber nichts über die Anzahl der fahrenden
Autos und deren Geschwindigkeit besagen. Im übrigen kommt die
Arbeit erst im Zustand der Vollbeschäftigung in die Situation,
ihren Umfang selbst bestimmen und ihre Bedürfnisse nach
Verkürzung der Arbeitszeit gegenüber den Unternehmern
durchsetzen zu können.
Wenn
die Rohstoffe knapp werden ...
Lange schon war es
fällig, unsere Bodentagungen durch eine Rohstofftagung zu
ergänzen. Dabei erwies es sich als zweckmäßig, auch die
Abfallproblematik gleich miteinzubeziehen. Denn sowohl bei der
Rohstoff-Förderung als auch bei der Nutzung der Kapazitäten
der Naturreiche als Aufnahmemedien für Abfall und Emissionen
handelt es sich um Sondernutzungen der Natur, die in der Zeit begrenzt
werden müssen. Da das Wirtschaften sowohl an seinem Anfang bei den
Rohstoffen als auch an seinem
Ende bei den natürlichen Aufnahmemedien für Abfall und
Emissionen an die Naturgrundlage anknüpft und deren Regulierung in
der Hand der Gemeinschaft liegt bzw. gelegt werden muß, hat diese
die notwendigen Stellschrauben in der Hand, durch deren Betätigung
sie die Rohstoff- und die Abfallmengen begrenzen kann.
Dies gilt umso mehr,
als Begrenzungen der Nutzungsmengen am einen Ende sich durchweg auch
auf die Nutzungsmengen am anderen Ende auswirken, so daß in
vielen Fällen neben der direkten auch eine indirekte Regulierung
möglich erscheint. Darüber hinausgehende Eingriffs- und
Regulierungsbefugnisse des Staates zur Einrichtung von
Recyclingsystemen und dgl. erscheinen daher im Prinzip nicht
erforderlich.
Auch wenn
es auf diesen Themenfeldern im Detail noch einigen Klärungsbedarf
gibt, lassen sich doch die weiteren von der Reform der Bodenordnung her
bekannten Schritte bis hin zur Rückverteilung der Entgelte
für Ressourcennutzung an alle Menschen zwanglos und sinnvoll daran
anschließen.
Menschenrechte
- ein universelles Prinzip?
Die Menschenrechte
als Kernelement der politischen Entwicklung des Westens in den letzten
250 Jahren haben dort eine unverminderte Aktualität behalten und
bilden nach wie vor den obersten Maßstab für die Bewertung
einzelner Gesetze wie der Ordnung des sozialen Ganzen. Darüber
hinaus wächst ihnen in letzter Zeit zunehmend Bedeutung in der
internationalen Politik zu - sicher vorerst noch zaghaft, aber doch
unübersehbar. Damit kündigt sich einerseits die Herausbildung
eines weltweiten Rechtsrahmens an als einem Element von Globalisierung
im besten Sinne des Wortes, aber es wird auch die Frage aufgeworfen, ob
damit nicht lediglich ein Element westlicher Kulturentwicklung
universalisiert und anderen Kulturkreisen übergestülpt wird,
denen es wesensfremd ist. Die Aktualität der Fragestellung
nötigt zu einer Präzisierung der Idee der Menschenrechte. -
Die Thematik wird uns in Tagungen und in den „Fragen der Freiheit"
sicher noch weiter beschäftigen.
Alterssicherung
im Generationenvertrag
Dieses
Seminar machte erneut auf die fundamentale Einseitigkeit unseres sog.
Generationenvertrags aufmerksam, der keine Kinder- und Jugendrente
kennt, sondern die Illusion nährt, als könnte eine mittlere
Generation durch Leistungen an die Alten Vorsorge für das eigene
Alter treffen. Daß damit die Kinder systematisch aus dem Blick
und die Familien mit Kindern ins soziale Abseits geraten, liegt zwar
auf der Hand, konnte aber weder unsere politischen Akteure noch die von
ihnen berufenen Kommissionen zu Vorschlägen veranlassen, die
dieser Fehlkonstruktion abhelfen. - Es ist beabsichtigt, den Extrakt
dieses Seminars als ein Heft „Fragen der Freiheit" herauszubringen und
verstärkt unter den Meinungsbildnern und Entscheidungsträgern
zu verbreiten.
Fragen
der Freiheit
Im Jahre
2003 erschienen die Hefte Nr. 263 und 264, die sich vor allem mit den
Fehlentwicklungen unserer föderalen Ordnung und dem sich daraus
ergebenden Reformbedarf befaßten. Es besteht eine gewisse
Hoffnung, daß auf diesem wichtigen Feld inzwischen in allen
politischen Parteien die Einsicht gereift ist, daß nur durch eine
Neuverteilung von Gesetzgebungskompetenzen, Zustimmungserfordernissen
und Steuerhoheit zwischen Bund und Ländern der heute sich
überall bemerkbar machende Reformstau aufgelöst werden und
die föderalistische Struktur Deutschlands wieder
funktionsfähig gemacht werden kann.
Tagungen
des Jahres 2004
Im Jahre
2004 sind folgende Tagungsveranstaltungen geplant:
Termin*
Tagungsthema Ort
13.-14.
März Vergessener Faktor Boden Bad Boll
03.-04.
April Marktwirtschaft ohne Kapitalismus Bad Boll
12.-13.
Juni Der Staat als Glied des Sozialen Organismus Bad Boll
10.-11.
Juli Gefahrenzone Deflation Bad Boll
23.-24.
Oktober Perspektiven der Hochschulentwicklung Bad Boll
20.-21.
November Föderalismus: gelingt die Reform? Bad Boll
*
Änderungen vorbehalten! Nähere Auskünfte beim
Seminarbüro und im Internet unter www.sffo.de
Allen
Freunden und Förderern des Seminars für freiheitliche Ordnung
möchten wir bei dieser Gelegenheit für ihre
Unterstützung danken und sie bitten, die Arbeit des Seminars auch
in Zukunft durch ideelle und materielle Beiträge zu
ermöglichen.
Mit
freundlichen Grüßen
Fritz
Andres
(Vorstandsmitglied)
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