SEMINAR FÜR
FREIHEITLICHE
ORDNUNG e.V.

Schriftenreihe "Fragen der Freiheit"
für Ordnungsfragen der Kultur, des Staates und der Wirtschaft

"Metamorphosen des
Generationenvertrages"
Ein Elementarseminar
vom 17. - 18. Oktober 1998
 im Seminargebäude

Die mittlere Generation einer Familie wußte in früheren Zeiten schon immer, daß sie ihre Versorgung im Alter nur durch eigene Kinder sichern konnte. Mit der Versorg- ung ihrer Eltern dagegen stattete sie den Dank ab, den sie diesen in der Kindheit und Jugend durch die empfangene Versorgung und Pflege schuldig geworden war. Es wäre dieser Generation sicher nicht in den Sinn gekommen, aus der Versorgung ihrer Eltern einen Anspruch auf eigene Versorgung im Alter herzuleiten. Und obwohl die Beiträge zur Rentenversicherung heute vor aller Augen an die ältere Generation ausgezahlt werden, die die Einzahler später nicht versorgen wird, werden in unserem System der gesetzlichen Alterssicherung diese Zahlungen zur Grundlage der Altersversorgung der Einzahler gemacht - ein wahrer Zauberstreich.

Ähnlich gravierend ist der Irrtum, wonach gesamtgesellschaftlich der Aufbau einer Altersversorgung durch Kapitalbildung möglich sein soll. Ausgerechnet dieser Weg wird auch noch für besonders solide gehalten! In der o.g. Familie weiß jeder, daß man sich von Häusern und Maschinen im Alter so wenig ernähren kann wie von erspartem Geld, wenn nicht eine nächste Generation da ist, die das Kapital nutzt und die Waren produziert, die die Alten brauchen. 

Beide fundamentalen Irrtümer haben ihre psychologischen Gründe: Der Unwille, sich einzugestehen, daß man seinen Eltern bzw. der älteren Generation Dank schuldet und diese Schuld durch ihre Versorgung im Alter abtragen muß, ist offen- bar so groß, daß dieser objektiv vorliegende, die Generationen verbindende Zusam- menhang uminterpretiert wird in eine Handlung ohne sozialen Bezug, nämlich den scheinbar autonomen Aufbau einer eigenen Altersversorgung. Und die Vorstellung, von der nächsten Generation im Alter abhängig zu sein, scheint so unerträglich zu sein, daß man sich lieber zu der schon autistisch zu nennenden Illusion versteigt, man könne sich und seine Altersversorgung durch Kapitalbildung von seinen Kindern bzw. der folgenden Generation unabhängig machen. Wir wollen eben weder Schuldner noch Gläubiger sein! Unverbindlichkeit ist unser Lebenselement!

Im angekündigten Seminar sollen die elementaren ökonomischen Zusammenhänge zwischen den Generationen, wie sie sich in überschaubaren Gemeinschaften zei- gen, schrittweise erarbeitet und von dort aus die komplexeren Strukturen in moder- nen Gesellschaften analysiert werden. Es wird sich zeigen, wie wichtig es nicht nur für die Altersversorgung ist, den Generationenvertrag auf eine solide Grundlage zu stellen. 
 


 
Samstag, den 17. Oktober 1998

10.00 Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

10.15 Zur Situation der gesetzlichen Altersversorgung

10.30 Die Drei-Generationen-Familie (3GF)

1. Die 3GF mit 2 Kindern und Großeltern an einem Tisch 
2. Abweichungen vom Normalfall und mögliche Lösungen innerhalb der 3GF 
3. Resultate
12.30 Mittagessen in benachbarten Gaststätten

14.30 Der kollektive Generationenvertrag (kGV)

1. Der kGV als Lösung der Probleme der 3GF
2. Problemlagen im kGV selbst
3. Resultate
15.45  Pause

16.15 Die Bedeutung der Kapitalbildung für die Altersversorgung 

1. Langlebige Konsumgüter und Realkapital
2. Kapitalangebot und -nachfrage 
3. Kinderzahl und Kapitalbildung/-verzehr
17.15 Pause

17.45 Die Höhe der Primäreinkommen und der Transfers

18.30 Abendessen in benachbarten Gaststätten 

20.15 Freiheit und Zwang im Generationenvertrag

Sonntag, den 18. Oktober 1998

09.00 Ungelöste ökonomische Probleme zwischen den Generationen

09.30  Abschließende Betrachtungen

1. Kinder und Kapital
2. Kinder und Boden
3. Auf- und Abbau der Schuldverhältnisse zwischen den Generationen
10.30 Pause
11.00 Abschlußdiskussion
12.00 Tagungsende

Referenten: 

Fritz Andres, Kirn
Eckhard Behrens, Heidelberg
Jobst von Heynitz, München
 

Empfohlene Literatur Preis
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
          Heft 241,  Strukturen verantworteter Freiheit
DM 10,00
"FRAGEN DER FREIHEIT",  
          Heft 244 Nationale und internationale Geldordnung
DM 10,00
"FRAGEN DER FREIHEIT",  
          Heft 245 Fortschritt und Armut
DM 10,00
"FRAGEN DER FREIHEIT",  
          Heft 246 Eigentum und Verfassung
DM 10,00
"FRAGEN DER FREIHEIT",  
          Heft 247 Arbeit - Ware - Markt
DM 10,00
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letzte Änderung am 05.06.2000