Seminar für freiheitliche Ordnung
der Kultur, des Staates und der Wirtschaft e.V.

 Schriftenreihe "Fragen der Freiheit"
 

Die Zukunft des Bildungswesens
im föderalen Staat

Tagung

vom 12.-13. Februar 2005

73087 Bad Boll, Badstraße 35



Wir brauchen eine eigenständige

Sozialwissenschaft der Kultur!


Wer heute die Privatisierung vom Staat verwalteter Bereiche fordert, gerät leicht in folgendes Dilemma: Der Staat verwaltet das Gebiet nicht sachgerecht, zu schematisch und jedenfalls zu teuer, eine Privatisierung scheint jedoch zwangsläufig in eine Kommerzialisierung zu führen, die durchaus nicht immer als angemessen empfunden wird. Zwischen staatlicher Bürokratie und privatem Kommerz scheint es keinen Weg zu geben, auf dem Bereiche wie z.B. das Bildungswesen in fruchtbare Bahnen gelenkt werden können.

In diesem Dilemma zeigt sich ein Mangel unserer Sozialwissenschaften, die zwar seit über 2000 Jahren eine Wissenschaft von Staat und seit über 200 Jahren eine Wirtschaftswissenschaft, bis heute aber keine Sozialwissenschaft des Bildungswesens und des kulturellen Lebens entwickelt haben. So scheint es als Alternative zur staatlichen Verwaltung immer nur die Unterstellung unter die Marktgesetze mit dem Preis als oberstem Richter zu geben.

Aufgabe einer Sozialwissenschaft der Kultur wird es sein, die für diesen Bereich typischen, zum Wirtschaftsleben teils parallel, teils polar erscheinenden Phänomene wie Arbeitsteilung, Tätigkeitsmotive, Angebot und Nachfrage, Wettbewerb, Produktivität usw. zu untersuchen, um einen Ordnungsrahmen zu entwickeln, der die Entfaltung kultureller Kräfte erlaubt und anregt, statt sie in Bürokratie zu ersticken oder durch Kommerzialisierung zu verfremden.

Dann wird deutlich werden: So wenig das sog. Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg ohne die vorherige wissenschaftliche Erarbeitung der Gesetze der Sozialen Marktwirtschaft möglich war, so notwendig brauchen wir heute für den Bereich von Bildung und Kultur eine entsprechende Sozialwissenschaft, wollen wir nicht bei wirtschaftlichem Wohlstand weiterhin im Zustand der Bildungsmisere und der kulturellen Verflachung verharren. Und auch die Reform des Föderalismus wird nur gelingen, wenn von den Sozialwissenschaften der Nachweis erbracht wird, daß es zum heutigen Bildungszentralismus der Länder freiheitliche Alternativen gibt.

Auf der Tagung soll Grundlagenarbeit geleistet werden. Ziel ist die Entwicklung einer eigenständigen Sozialwissenschaft der Kultur. Erst durch deren Zusammenwirken mit den Staats- und Wirtschaftswissenschaften werden wir in die Lage versetzt, die gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer vollen Breite zu erfassen und sie zu gestalten, ohne sie zu vergewaltigen.





Samstag, den 12. Februar 2005


10.00 Begrüßung und Einführung in das Ta­gungsthema vor dem Hintergrund der

Föderalismusdebatte

10.15 Zur wirtschaftlichen und kulturellen Situation - Eine ordnungspolitische Bestandsaufnahme

­

11.00 Wirtschaft und Kultur – Parallelen, Polaritäten und Interdependenzen

12.30 Mittagessen in benachbarten Gaststätten

14.30 Kaffee im Tagungsraum

15.00 Autonomie und Wettbewerb der Bildungs­einrich­tungen

16.15 Pause

16.45 Bildungsvielfalt und Freizügigkeit – ein unlösbarer Widerspruch?

18.00 Abendessen in benachbarten Gaststätten

20.00 Die Föderalismuskommission hat die Alternativen falsch gesehen



Sonntag, den 13. Februar 2005


09.00 Innenleben und Organisation autonomer Bil­dungseinrichtungen

10.00 Pause

10.30 Schlußdiskussion: Ansatzpunkte für­ Entwicklungen hin zu mehr Autonomie und Wettbewerb und zu einem funktionsfähigen Föderalismus

12.00 Tagungsende


Referenten:

Fritz Andres, Kirn; Eckhard Behrens, Heidelberg;

Jobst von Heynitz, München



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Empfohlene Literatur Preis/€
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
  Heft  23  Aufsatz: “Der Föderalismus und das deutsche Bildungswesen” (Kopie, 13 Seiten) von Eckhard Behrens

  2,50
"FRAGEN DER FREIHEIT" 
 Heft  34 Theoretische Grundlagen der Bildungspolitik
  2,50
"FRAGEN DER FREIHEIT"
          Heft 204 Schulfreiheit jetzt!

5,00
"FRAGEN DER FREIHEIT"
          Heft 204 Schulfreiheit jetzt!
5,00
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
          Heft 209 
Wettbewerb in Bildung und Wirtschaft
5,00
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
          Heft 229  Schulautonomie


5,00
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
          Heft 236  Zukunft von Bildung und Kultur, frei von staatlicher
Bürokratie und privatem Kommerz.

5,00
"FRAGEN DER FREIHEIT", 
          Heft 255 
Schulpolitik als Ordnungspolitik

5,00
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letzte Änderung am 31.01.2005.